Bilderreihe: Mein Leben in Australien

Nach meinem Abitur habe ich mir vor 10 Jahren einen Traum erfüllt und bin ein Jahr lang nach Australien gegangen. Obwohl nun schon einige Jahre seit meiner Rückkehr vergangen sind, fühlt sich meine Reise immer noch so wahnsinnig präsent an. Manchmal denke ich in völlig banalen Situationen an meine Erfahrungen in Australien zurück. Manchmal überkommt es mich und ich werde ein bisschen wehmütig und bekomme richtig Fernweh. Ich habe die Zeit dort wahnsinnig genossen. Natürlich erlebt man in einem ganzen Jahr nicht nur Freude pur... Es gab auch schwierige Phasen, z.B. als meine dort sehr lieb gewonnene Freundin nach sechs Monaten gemeinsamem Leben und Reisen zurück nach New York musste, da ihr Auslandssemester vorbei war. Oder als es einer Freundin von mir nicht gut ging und ich mir wirklich Sorgen um sie gemacht habe. Oder als ich das erste Mal versucht habe, ein Auto zu fahren und mit der Linksfahrerei nicht so ganz klar kam und ich es tatsächlich geschafft habe, dass ein Reifen geplatzt ist. Jaja, da gibt es viele "Downs".. aber eben auch viele Ups und diese haben natürlich überwogen. Ich habe in Australien gelebt, gearbeitet, habe Freunde gefunden und mir ein Leben aufgebaut. Der Tag, an dem ich zurück fliegen musste, war sehr schwer für mich und ich war eine sehr lange Zeit unendlich traurig und bin nicht richtig in Deutschland angekommen. 

Impressionen Sydney Center, Bondi & Manly

Die meiste Zeit habe ich mit Reiseunterbrechungen in Sydney und Umgebung verbracht. Dort habe ich einige Monate in der Gastronomie gearbeitet und habe dort auch die meisten beständigen (so beständig wie es eben in Australien sein kann) Freunde gefunden. Gewohnt habe ich dort in Appartments, gearbeitet in kleinen Cafes. Eigentlich bin ich kein Großstadtmensch, aber Sydney ist eine wahnsinnig tolle Stadt. Es wird nie langweilig, jeden Tag kann man neue Eindrücke sammeln. Es war ein tolles Gefühl, mich schon nach kurzer Zeit irgendwie "heimisch" zu fühlen. Ich habe in Australien das Salsa-Tanzen gelernt, habe dort auch sehr viele Privatstunden genommen und meinen Weg in die Salsa-Szene eingeschlagen. Ich wurde liebevoll in eine Familie aufgenommen, haben mit ihnen Geburtstage und Weihnachten gefeiert und fühlte mich vollkommen aufgenommen. 

Die Landschaften in Australien sind natürlich unbeschreiblich. Hier meine Reiserouten:

Gegen so manche Erwartung ist es in Australien nicht nur warm. Die Winter in der Stadt sind durchaus fröstelig. Nicht unweit von Sydney gibt es sogar Schneegebiete. Während meines Aufenthaltes hat es oft auch geregnet, vor allem in Sydney. Die Landschaften zeigen immer wieder völlig andere Charakteristika. Der Norden spielt dabei eine besondere Rolle, da hier der Regenwald besonders außergewöhnliche Pflanzen, Bäume und Tiere bereit hält. Ost-Australien ist die Touristenhochburg. Die meisten Touristen, die eine kurze Zeit in Australien verbringen, bereisen die Ostküste (und oftmals auch Melbourne und die Great Ocean Road im Süden). Dies hat natürlich auch seinen Grund: Die Ostküste bietet sehr viel Abwechslung und hält unglaublich viele Highlights bereit. Besonders berühmt sind dabei Whiteheaven Beach, Whitsunday Islands, Fraser Island und Surfers Paradise. 

Impressionen Nord-Ost-Australien

Die Südküste war für mich eine der schönsten Reisen. Die meisten Leute, die ich getroffen habe, waren immer total skeptisch, als ich sagte, dass ich eine Tour entlang der Südküste mache. "Da ist doch gar nichts". Weit gefehlt. Die Südküste ist irre schön und noch weit entfernt von Massentourismus. Die Landschaften sind unberührt und unbeschreiblich. Wirklich eine Erfahrung wert. Die Südküste würde ich in Zukunft noch einmal bereisen, dann aber mit einem Mietfahrzeug, um an bestimmten Stellen länger Halt machen zu können. Die Ruhe, die Landschaften und die wundervollen Aussichten haben mich total gebannt. Im Juni finden sich außerdem hunderte von Walen in einer Bucht in Südaustralien ein, um dort ihre Babys im ruhigen Gewässer zu nähren. Außerdem gibt es dort auch weiße Haie, die man mit etwas Glück sogar beobachten kann. Ein weiterer außergewöhnlicher Ort ist Philipp Island. Dort gibt es Pinguine, die immer abends vom Fischen ans Land kommen. Gleichzeitig kommen auch hunderttausende von Vögel an Land geflogen. Ein unbeschreibliches Naturschauspiel.

Impressionen Süd-Australien

Die schönsten Erlebnisse waren für mich aber neben all den tollen Landschaften, wenn ich Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten konnte. Ich habe sehr viele, wunderschöne Tiere gesehen: Delfine, Seelöwen, Fische, Weißspitzenhaie, Schildkröten, Echidna, Quokkas, Pinguine, Adler, Emus, Kängurus, Wallabys, Kookaburra, Varane, Dingos, Krokodile, Walhaie, Possums, Rochen, Spinnen, Schlangen, Vögel, und sogar wilde Kamele. Einzig die wilden Pferde, Brumbies genannt, habe ich nicht gesehen. Sie sind nicht nur scheu, sondern auch nur noch sehr selten in Australien. Auch Koalas habe ich nicht in freier Wildbahn gesehen, da sie unwahrscheinlich gut getarnt sind in ihren Bäumen und aufgrund der wenigen Bewegung kaum auszumachen sind. 

Impressionen Tierwelt Australien

Auch der Norden sowie die rote Mitte von Australien halten einige Wunderwerke bereit. Natürlich habe ich auch die Wahrzeichen, z.B. Ayers Rock (Uluru) besucht. Aber auch auf den Wegen gab es viele wundervolle Dinge zu entdecken. Den Großteil der Touren habe ich übrigens mit Veranstaltern gemacht. Da ich alleine gereist bin und mir alleine kein Auto kaufen wollte, war dies für mich eine ideale Möglichkeit, herumzukommen und gleichzeitig Leute kennenzulernen. Mir hat das super viel Spaß gemacht und ich kann die Touren sehr empfehlen. Viele glauben aber, dass es sich nicht lohnt, Zeit für diesen Teil Australiens zu investieren. Wenn man sich aber auf die Landschaft einlässt und die Augen offen hält, entdeckt man noch viel mehr wundervolle Dinge, als nur den Uluru.

Impressionen Darwin und Mittelaustralien

Wer nach Australien reist und nur wenig Zeit hat, wird wohl eher an die Ostküste reisen, als an die Westküste. Dies würde ich bei begrenzter Zeit auch empfehlen, da die Westküste zwar sehr viele schöne Dinge zu bieten hat, aber im Vergleich zur Ostküste sehr viel weitläufiger ist. Der Vorteil ist natürlich, dass auch der Tourismus etwas schwächer ist, als auf der anderen Seite des Landes. Und genau aus diesem Grund, habe ich die Westküste auch bereist. Ich habe viele Dinge gesehen, die hier einzigartig sind. Gleichzeitig hatte ich auf einer der Touren ganz wundervolle Menschen kennengelernt, sodass die Tour entlang der Westküste wirklich einzigartig war.

Natürlich hätte ich noch unfassbar viel mehr Bilder, die ich Euch zeigen könnte. Das tatsächliche Gefühl und die Eindrücke lassen sich aber leider auf Bildern trotzdem nie wirklich festhalten... Trotzdem helfen mir die Bilder dabei, das tolle Gefühl von früher immer wieder mal heraufzurufen. Ich vermisse die Zeit nicht, denke aber super gerne daran zurück. Es war ein toller Lebensabschnitt und ich kann jedem nur empfehlen, so eine Tour bei Gelegenheit zu machen. Es muss ja nicht imemr gleich ein ganzes Jahr sein :)

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